Moin.
Mittlerweile ist es eine Woche her, dass ich mir Debian Etch installiert habe, als Netinstall aus dem Testing-Zweig. Mittlerweile ist es als Stable released worden, man dürfte es mitbekommen haben.
Für alle, die es verpasst haben: http://www.debian.org/News/2007/20070408
Der Weg ist das Ziel…
Vor Etch hatte ich ein gut funktionierendes Ubuntu Edgy in Benutzung. Was war also der Grund für den Umstieg? Nun… Ich wollte mich einfach mal an einer Netinstall versuchen und zudem dieses wunderbare Debian-Feeling, um das sich zahlreiche Mythen ranken, endlich mal wieder nachvollziehen (seit Ubuntu Breezy war es mir fremd geworden). Da das Testing-Team seit eh und je relativ aktuelle Pakete in seinen Zweig einfließen lässt, kam ich arg in’s Grübeln, was denn eigentlich für Ubuntu und gegen Debian auf dem Desktop spreche… Letztendlich bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es dahingehend für mich überhaupt keine Kontra-Punkte gegen Debian gibt. Ich weiß, wie ich z.B. XOrg samt GraKa-Treiber einzurichten habe, und Fehlersuche sowie Manpages sind mir auch nicht fremd. Also habe ich mir die zu diesem Zeitpunkt aktuelle Testing-Netinstall-CD gezogen, gebrannt und dann ab zum Installieren. Beim Installieren fiel mir dann glücklicherweise ein, dass die Tasksel-Auswahl ‘Desktop-System’ schon unter Sarge zu einem (für mich) argen Kuddelmuddel führte. So habe ich vorerst nur das ‘Standard-System’ installiert. Nach dem Login am frisch installierten System kamen dann ein paar apt-get-Kommandos, und nach einer knappen halben Stunde (Herunterladen mitgerechnet) hatte ich ein funktionstüchtiges GNOME vor mir.
Erster Eindruck…
Als erstes fiel mir auf, dass in der Dienstekonfiguration keinerlei für mich unrelevante Dienste eingerichtet waren. Zudem wirkte das verwandte Standard-Theme freundlich auf mich. Sehr angenehm also. Schnell noch ein paar nützliche Programme installiert (Synaptic, Update-Manager, Update-Notifier etc.), diverse Codecs und DVD-Funktionalität eingerichtet und ab ging’s. Aber Vorsicht! Wer sein Multimedia-System über die Module der GNOME-Einstellungen einrichten will, sollte darauf achten, dass die entsprechenden GStreamer-Module ebenfalls installiert sind. Mir fehlte bspw. ‘gstreamer0.10-x’ für die Einrichtung des Video-Systems. Ansonsten sind mir keine weiteren ‘Stolpersteine’ und nennenswerten Hindernisse aufgefallen.
Nach 1 Woche…
Was soll ich sagen… Debian läuft, und es läuft für mich perfekt. Keine Ausfälle, die Performance stimmt und dieser unbeschreibliche Debian-Charme hat nun auch mich infiziert.
Ubuntu? Debian? Meine Sicht.
Schwierig. Für mich allerdings ist klar: So schnell werde ich mir kein Ubuntu mehr installieren. Ich arbeite mittlerweile einfach wieder viel lieber als Root, und die Bash ist mir als Shell einfach symphatischer. Fakt ist zudem, dass ich mein Debian mittlerweile soweit eingerichtet habe, dass es sich von der reinen Desktop-Funktionalität her von einem Ubuntu absolut nicht mehr unterscheidet. Warum also nochmal Ubuntu? Ich sehe keinerlei Gründe… Man muss allerdings dazu sagen: Debian ist nichts für jedermann. Debian hat keine knallig bunte Website, es macht aus seiner Philosophie keine Marketingstrategie und es wirkt nicht unbedingt einsteigerfreundlich. Wer sich allerdings die Mühe macht, hinter diese etwas schwierige Fassade zu blicken, wird sehr schnell merken, dass Debian eine Distribution mit wahnsinnig viel Substanz ist. Ich habe ein Wort, welches Debian für mich sehr gut beschreibt: Altehrwürdig. Debian ist seit 14 Jahren allbekannt, und viele ‘Jungspunde’ haben sich von den Stärken der alten Dame bedient. Mittlerweile wirkt die alte Dame jünger und frischer, und daher würde ich sagen: Die Ubuntu-Welt sollte sich warm anziehen, sonst wird die alte Dame dem jungen Shootingstar zeigen, wo das GNU die Hörner hat.
GrEetz, Olliander
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